gdpr-google-fonts-embedded
Google Fonts vom Google-Server geladen
Google Fonts von fonts.googleapis.com sendet Besucher-IPs an Google. Das LG München I sprach 100 € Schadensersatz zu. Wie Sie die Schriften in fünf Minuten selbst hosten.
Worum es geht
Ihre Seite bindet Google Fonts auf die Art ein, die Googles Dokumentation empfiehlt:
<link href="https://fonts.googleapis.com/css?family=Inter" rel="stylesheet">
Oder per @import url('https://fonts.googleapis.com/css...') im
CSS. Beides führt dazu, dass der Browser jeder Besucherin die
Stylesheet-Datei und anschließend die Schriftdateien von Googles
Servern lädt. IP-Adresse, User-Agent und Referrer gehen damit
ohne Einwilligung an Google.
Warum das wichtig ist
Das ist der meistzitierte DSGVO-Befund der deutschen Zivilrechtsprechung der letzten Jahre. Leitfall: LG München I, 3 O 17493/20 (Urteil vom 20. Januar 2022). Das Gericht hat dem Seitenbetreiber 100 € Schadensersatz, Unterlassung und Anwaltskosten für einen einzigen Besuch auferlegt, bei dem Google Fonts vom Google-Server nachgeladen wurden.
Begründung des Gerichts:
- Das Nachladen der Schrift überträgt die IP-Adresse an Google, einen Dritten in den USA.
- Die IP-Adresse ist personenbezogenes Datum (entschieden in Breyer).
- Ohne Einwilligung fehlt die Rechtsgrundlage für die Übertragung.
- Eine “Anonymisierung durch Google nach dem Empfang” ist für die Rechtmäßigkeit der Übertragung selbst irrelevant.
- Die Besucherin erlitt einen immateriellen Schaden, ersatzfähig nach Art. 82 DSGVO.
Massenhafte Abmahnwellen folgten kurz darauf. Die meisten wurden vor Gericht als rechtsmissbräuchlich abgewiesen, die rechtliche Grundlage hat sich aber in der Folgerechtsprechung bestätigt.
So beheben Sie das
Schriften selbst hosten. Aufwand: rund zehn Minuten.
- Auf google-webfonts-helper oder dem Bunny.net-Mirror unter fonts.bunny.net gehen.
- Familie und Schnitte wählen, die Sie wirklich benutzen.
- ZIP-Datei mit den WOFF2-Dateien herunterladen.
- Dateien nach
/public/fonts/(oder wo Sie statische Assets ausliefern) kopieren. - Im CSS den
@importdurch@font-face-Deklarationen ersetzen, die auf die lokalen Dateien zeigen.
Typischer Block:
@font-face {
font-family: 'Inter';
font-style: normal;
font-weight: 400;
src: url('/fonts/Inter-Regular.woff2') format('woff2');
font-display: swap;
}
Oder Bunny Fonts als 1:1-Ersatz nutzen. Wer wirklich nicht selbst
hosten möchte, kann auf den Bunny.net-Fonts-CDN unter
fonts.bunnycdn.com ausweichen. Er liefert dieselbe
Google-Fonts-Bibliothek aus europäischer Infrastruktur ohne
Logging und mit öffentlicher Privacy-Zusicherung. URL von
fonts.googleapis.com auf fonts.bunny.net umstellen, und das
deutsche rechtliche Risiko entfällt.
WordPress-Nutzer:innen mit Avada, Divi, Astra, GeneratePress oder OceanWP aktivieren im Theme den Schalter “Schriften lokal laden” oder “Google Fonts selbst hosten”. Jede aktuelle Theme-Version hat ihn.